Es kommt nicht alle Tage vor, dass man mit seinem Buch vor Publikum sitzt. Gestern aber war so ein Tag. Warum es für mich als eher introvertierte Person erst einmal eine riesige Herausforderung war, vor anderen zu lesen, und am Ende aber einen riesen Spaß gemacht hat – davon handelt dieser Blogpost.

Man kennt das: Da erhälst du eine super tolle Möglichkeit für was auch immer (in meinem Fall eine Lesung) und du denkst dir: Krass! Krass gut! Und fünf Minuten später kommt die Einsicht: Oh ha! Ich muss das ja auch durchziehen, lol.

Natürlich haben die Kristalle eine Bedeutung…

Nun kam das Ganze ja nicht von jetzt auf eben und ein bisschen Vorbereitungszeit hatte ich. Ich konnte mir frühzeitig Gedanken darüber machen, welche Stelle ich aus meinem Roman vorlesen möchte, was ich zu mir und dem Buch sagen will und was ich an Goodies mitbringen könnte. Letzteres hab ich schnell geklärt. Ich wollte unbedingt ein Lesezeichen für „Der Ursprung der Ewigkeit“ und habe mich für ein Zitat meiner Hauptfigur Alice entschieden (siehe Bild).

Strandliegen-Leser kennen das Elend eines ständig zuklappenden Buches…

Und Buchclips, unbedingt! Die finde ich ungemein praktisch und mit einem 3D-Druck-begeisterten Gatten konnte so innerhalb kürzester Zeit eine ordentliche Menge produziert werden, nur echt mit Initialen.

Das stand also schon mal fest – neben den obligatorischen Visitenkarten, von denen ja jeder schwört, dass man sie heutzutage ja nicht mehr bräuchte, man sie aber zu bestimmten Gelegenheiten dann doch wieder austauscht.

Test, Test – hört ihr mich?

Mit Hilfe einer Freundin wurde dann noch die richtige Textstelle identifiziert, die es lohnt, vorgelesen zu werden – ohne dass sie zu viel verrät aber dennoch Spannung erzeugt. Zuerst wollte ich chronologisch den Anfang lesen. Aber mir gefallen andere Szenen einfach viel besser. Schließlich siegte auch die Einsicht, dass der Zuhörer nicht den ganzen Kontext erst erfassen muss, sondern dass er nur einen kleinen Einblick benötigt, um zu entscheiden, ob der Roman für ihn ansprechend ist oder eben nicht.

Und dann war es gestern soweit. Im Ellen Noir – Club und Kulturzentrum zugleich – stand meine Lesung an. Ich kam mit Sack und Pack an, pünktlich – wie sich das gehört. Seltsamerweise war sogar meine Nervosität gar nicht mehr da. Als hätte ich sie am Eingang abgegeben, konnte ich mich überraschend gut auf die Umgebung und meine geplanten 30 Minuten einlassen. Als es soweit war, zitterte ich nicht, meine Stimme war auch noch da (ich hatte da irrationale Gedanken im Vorfeld, dass sie mir genau dann versagen würde) und dann ging es los, vor versammelter Mannschaft. Und was soll ich sagen? – Es war super! Ich habe mich kaum verhaspelt, habe mich immer wieder ermahnt geduldig und betont zu lesen und mit dem Mikro kam ich auch ganz gut zurecht. Fest vorgenommen hatte ich mir eigentlich nur eines – abgesehen davon, dass ich aus dem Buch vorlesen würde – nämlich, dass ich nicht dieses klischeehafte „Hört ihr mich?“ durchs Mikrofon blöke und was ist passiert? Ich habe natürlich gefragt, hehe. Offenbar ging das aber ganz gut, denn ansonsten lief alles reibungslos. Ich habe das gesagt, was ich mir vorgenommen hatte und bin sonst auch sehr zufrieden mit dem Verlauf. Es haben sich ein paar schöne Gelegenheiten für ein kurzes Gespräch ergeben und gerade mit den Locals war es ein wunderbarer Austausch, auch weil sie sich freuten, dass ein Roman made in Magdeburg vorgestellt wurde.

Nicht im Bild: Mein Spickzettel, falls der totale Blackout einsetzt…

Ich bin also sehr zufrieden mit diesem Abend und freue mich, dass ich im Rahmen der Magdeburger Kulturnacht einen Beitrag beisteuern konnte. Zwar zieht es mich trotzdem lieber hinter den Schreibtisch statt auf die Bühne, aber ich denke das ist definitiv zukunftstauglich, mit mir und der Lesung.

Ein besonderes Danke geht ans Team des Ellen Noir für den besonderen Rahmen und die tolle Gelegenheit für mich als Autorin, meinen Roman vorstellen zu dürfen. Ich gehe mit einem super guten Gefühl und gestärkt daraus hervor, denn ich weiß nun: ich kann solche Auftritte meistern. Und warum? – Weil es mir meinen Roman, meine Geschichte, wert ist!