Da ist dieses crazy little thing called Alltag, das mich fest im Griff hat. Und obwohl ich mitten in Kapitel 12 der Überarbeitung des dritten Teils bin, kann ich derzeit genau gar nichts daran machen und das nervt.

Mir fehlen noch 15 Kapitel bis zum Ende und ich ahne, dass ich es in der nächsten Zeit nicht schaffen werde, daran effizient zu arbeiten. Vermutlich erreicht mich nächste Woche das Ergebnis des Lektorats für Band I und dann werde ich meine freien Abende damit verbringen, die Korrekturen ins Manuskript einzuarbeiten – die Deadline steht und an der ist nicht zu rütteln, denn das Veröffentlichungsdatum steht auch fest, daran gibt es noch weniger zu rütteln. Gedanklich muss ich mich also um zwei Schritte zurückversetzen, nämlich dorthin, wo alles begann. Das fällt mir im Grunde nicht schwer, ich kann eigentlich ganz gut zwischen den verschiedenen Geschichtseinheiten switchen, aber gepaart mit den aktuellen Umstrukturierungen in meinem Alltag kostet es mich gerade mehr Anstrengung als gewöhnlich.

Das beste Mittel um motiviert zu bleiben an seinem Text zu arbeiten ist die Routine, meiner Meinung nach. Ich bin bemüht täglich an meinem Text zu sitzen. Das muss nicht immer das Schreiben selbst sein, auch Lesen zählt für mich dazu. Manchmal nehme ich mir bestimmte Passagen vor – die, die mir schon gut gefallen (das motiviert ungemein) und jene, die ich noch für verbesserungswürdig halte (hier habe ich den Ansporn mich zu verbessern). Voraussetzung ist aber das stetige Beschäftigen mit dem eigenen Text. Täglich, wenigstens ein bisschen. Aber genau das gelingt mir gerade nicht und das frustriert mich. Da ist die Furcht, dass sich daraus eine Schreibblockade entwickelt, dass die Distanz zum Text eine zusätzliche Hürde schafft, die wieder erst überwunden werden muss. Gedanken, die womöglich Schreibende am besten nachvollziehen können. Ich möchte mich wiederum auch nicht zwingen, mich an den Text zu setzen. Das war bisher nie nötig und das soll es auch in Zukunft nicht. Daher gebe ich mir jetzt einfach ein paar Tage Zeit und lasse die Dinge laufen, wie sie eben laufen. Immerhin habe ich es geschafft, diesen Blogbeitrag zu verfassen. Okay, vielleicht hat die Überschrift ein bisschen zu viel versprochen – wirkliche Tipps kann der Text nicht liefern 😉 Aber es ist eben auch eine sehr individuelle Einstellung. Der eine braucht Bewegung, der andere mehr Sonne – what ever floats your boat!

Ich habe für mich gemerkt, dass es gar nicht so viel braucht, um mich zum Schreiben zu motivieren. Da hilft es auch mal in ein fremdes Buch abzutauchen, anzuerkennen, wie toll und phantasievoll andere Autoren/innen schreiben können und daraus den Ehrgeiz zu entwickeln, sich daran ein Beispiel zu nehmen. Oder aber der Verlag schickt einen das fertige Cover zum Buch <3 – das war ein echter Wow-Moment. Also wenn das nicht pusht, was denn dann?